Sophie Fetthauer

Projekte

Das Musikerexil in Shanghai 1938-1949

Laufendes Forschungsprojekt, gefördert von der DFG

Shanghai bot ab 1938 etwa 18.000 Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich Zuflucht vor den Verfolgungen des NS-Staats. Für die meisten war die Stadt kein Wunschziel, sie steuerten die Stadt nur deshalb an, weil es dort in dieser Zeit keine Einreiseformalitäten gab. Unter den Flüchtlingen gab es den bemerkenswert hohen Anteil von mehr als 450 Musikern und Musikerinnen. Viele von ihnen gingen nach Shanghai, weil von jüdischen Hilfsorganisationen die Nachricht verbreitet worden war, der Musikerberuf sei in Ostasien und speziell in Shanghai gefragt.
Zeitlich begrenzt bis zur Machtübernahme der Kommunisten 1949 war das Shanghaier Exil in politischer, kultureller, sprachlicher und auch gesundheitlicher Hinsicht ein Sonderfall. Die Stadt mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern war überwiegend eine chinesische Stadt, doch waren die exterritorialen Niederlassungen von Franzosen, Briten und US-Amerikanern und die Präsenz weiterer Gruppen von Ausländern prägend, darunter japanische Besatzer, Auslandsdeutsche, sogenannte Weißrussen sowie eine sephardisch-bagdadische und eine aschkenasisch-russische jüdische Gemeinde. Auch waren die Flüchtlinge 1943-1945 mit einer ghettoähnlichen Situation sowie mit Kriegshandlungen konfrontiert.
Die Musiker und Musikerinnen erwiesen sich als anpassungsfähig. Zum einen integrierten sie sich in das etablierte Musikleben, zum anderen bauten sie ein eigenständiges Musikleben auf. Die jüdischen Kantoren pflegten vor allem überlieferte Traditionen europäischer Synagogalmusik, während die Unterhaltungsmusiker flexibel auf die Publikumsgeschmäcker reagierten. Für Konzertmusiker waren die Arbeitsmöglichkeiten beschränkt, sie wichen oft in andere Bereiche aus, etwa in die Unterhaltungsmusik oder die Pädagogik. Vor allem die Pädagogen waren es, die in Kontakt mit der chinesischen Bevölkerung traten und bei ihren Schülern prägende Eindrücke hinterließen.
Ziel des Projekts ist es, dem Musikerexil in Shanghai aus der Perspektive der Verflechtungsgeschichte nachzugehen und Prozesse der Identitätsbewahrung und Abschottung ebenso wie der Anpassung und des Austauschs in den Blick zu nehmen. Die Gliederung der geplanten Monographie orientiert sich an den verschiedenen musikalischen Arbeitsfeldern. Dazu gehören die Synagogalmusik, populäre Musikveranstaltungen, das Konzertwesen, das Musiktheater und die Musikvermittlung, und zwar jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf Institutionen, Personen, Repertoires und Werken. Hinzu kommen Kapitel, die mit dem Beginn, das heißt der Entscheidung für Shanghai, bzw. mit dem Ende des Exils, das heißt der Weiterwanderung und der Wiedergutmachung für die NS-Opfer nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, korrespondieren.
Die Studie basiert überwiegend auf Primärquellen, d. h. auf Shanghai-bezogenen Dokumentensammlungen, Nachlässen, Entschädigungsakten, Erinnerungsberichten und der Presse. Ergänzt wird dies durch Einzeldokumente, die durch intensive Personenrecherchen zutage befördert wurden.

Siehe diverse Biographien nach Shanghai exilierter Musiker und Musikerinnen im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit:
Abbe, Siegbert [1906-?]
Alexander, Hermann [1876]
Amsterdam, Moses [1904-1965]
Antman, Billy [1924-1972]
Bloch, Jeannette [1874-1944]
Antman, Samuel [1900-1975]
Aronovici, Paul [1906-1966]
Aronsohn, Josef [1918-1993]
Aschendorff, Jacob [1906-1945]
Baer, Annaliese [1899-1984]
Baer, Hans [1893-1967]
Barenblatt, Bernhard [1898-1964]
Bélai, Béla [1885-1953]
Borower, Siegbert [1891-1981]
Burstein, Josephine [1884-1975]
Cohn, Hans [1926]
Collin, Hans [1890]
Dahl, Nathan [1870]
Dreifuß, Alfred [1902-1993]
Ehrenberg, Max [1888-?]
Erdensohn, Caesar [1884-1971]
Erdensohn, Paul [1889-1956]
Felber, Erwin [1885-1964]
Fleischer, Leopold [1910-1995]
Flörsheimer, Gustav [1909-1985]
Friedmann, Hersch [1898-1969]
Fruchter, Josef [1900-1976]
Frum, Bernhard [1914-1975]
Gassenheimer, Günther [1913-1981]
Glahs, Rudolf [1884-1968]
Gutkind Sally [1878-1975]
Haase, Siegfried [1906]
Hauptmann, Harry [1882-1953]
Hausdorff, Martin [1901-1956]
Herzberg, Gertrude [1885-1965]
Hes, David [1882]
Kahn, Alfred [1902-1959]
Katz, David Markus [1906-1984]
Kaufmann, Jakob [1892-1977]
Kimelmann, Josef [1898-1978]
Klein, Chaim Jakob [1875]
Kuttner, Fritz A. [1903-1991]
Kwiat, Hirsch [1880-1946]
Lewkowitz, Mendel [1915-1976]
Kreutzer, Juda Löb [1886-1943]
Lerner, Tobias [1893-1969]
Lewandowski, Walter [1893-1969]
Loeser, Albert [1896-1975]
Maaß, Leopold [1872-1957]
Magasiner, Miriam [1918]
Manes, Walter [1911-2008]
Marcus, Erwin [1901-1956]
Markt, Heinrich [1890-1964]
Margolinski, Henry [1902-1980]
Margolinski, Irene [1899-1980]
Margulies, Siegbert [1911]
Markt, Heinrich [1890]
Panofsky, Lina [1884-1952]
Podrabinek, Meyer [1896-1982]
Prager, Fritz [1883-1962]
Radt, Kurt [1911]
Retzler, Max [1901-1971]
Rodmann, Siegmund [1907-1993]
Rossetty, Henry [1905-1992]
Rotenberg, Samuel [1899-1975]
Roth, Leo [1921-2004]
Ruff, Bernhard [1892-1970]
Ruff, Otto [1895-1968]
Saxl, Franz Otto [1890?]
Schallamach, Josef [1907-1977]
Smart, Gino [1912-1959]
Schönbach, Leo [1892-1945]
Schönbach, Regina [1887-1970]
Schüler, Hermann [1902]
Schwarz, Nikolai [1888-1946]
Sonnenschein, Siegfried [1909-1980]
Steiner, Adolf [1894-?]
Warschauer, Max [1911]
Wartenberger, Heinz [1887-1953]
Weiss, Paul [1898-1967]
Weißler, Ernst [1887-1972]
Wesel, Albert [1891-1964]
Winternitz, Carl Maximilian [1885-1961?]
Wolf, Donat [1902-1984]
Wolf, James [1870-1943]
Wolff, Arthur [1885-1945]
Zeisner, Hans [1911-1978]

„Ich glaube an Europa, ich glaube sogar an ein anderes Deutschland“. P. Walter Jacobs Remigration und seine Intendanz an den Städtischen Bühnen Dortmund 1950-1962

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Ildikó Felbinger, gefördert von der P. Walter Jacob-Stiftung an der Walter. A. Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur, Publikation im Waxmann Verlag Münster, 2018

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schrieb der Theaterleiter und Regisseur P. Walter Jacob (1905-1977) an Freunde, dass er das Exil stets als Interimsphase betrachtet habe und dass er sich in Deutschland zukünftig am kulturellen Wiederaufbau beteiligen wolle. So penibel er seine Rückkehr von Argentinien vorbereitet hatte, so geriet er, als er 1950 zum Intendanten der Städtischen Bühnen Dortmund gewählt wurde, dann doch in eine ambivalente Situation. In der vorliegenden Studie, die auf das P. Walter Jacob-Archiv in der Walter A. Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur sowie weitere, vor allem Dortmunder Archivbestände zurückgreift, wird eben diese Situation in den Blick genommen. In den Vordergrund ihrer Darstellung, in deren Zentrum Jacobs zwölfjährige Intendanz in Dortmund steht, rücken dabei die Widersprüchlichkeit und die Zeitbedingtheit seiner Absichten und Handlungen. So wird deutlich, dass er bei allen Bemühungen um eine Rückkehr nach Deutschland immer auch Alternativen in Betracht zog, und zwar auch noch, als er bereits in Dortmund war. Auch musste er seine Vorstellungen von der deutschen Nachkriegskultur, die er im Exil entwickelt hatte, in der konkreten Arbeit revidieren, weil sich die deutsche Gesellschaft und mit ihr die Theaterlandschaft nach zwölf Jahren Diktatur und fünf Jahren Krieg verändert hatten. Zwar war Jacob bereit, sich in die Nachkriegsgesellschaft einzugliedern und einen „Schlussstrich“ unter die NS-Vergangenheit vieler Persönlichkeiten seines näheren und weiteren Umfeldes zu ziehen, z. B. Herbert Gerigk, zugleich reagierte er auf Anfeindungen, auch antisemitischer Art, in Form von Denkschriften, Prozessen und persönlichen Interventionen in Politik und Presse. Schließlich sah er sich in seinen Vorstellungen von „Wiedergutmachung“ getäuscht. Anhand ausgewählter Themen spannt die Arbeit einen weiten Bogen, in dem die Vorbereitung der Remigration, die Umstände von Jacobs Wahl und die Auseinandersetzungen um seine Stellung als Intendant, Fragen des Theaterkonzepts und Repertoires sowie abschließend der Wiedergutmachung betrachtet werden. Gleichsam nebenher ergibt sich ein Bild von der Nachkriegsgesellschaft in Westdeutschland, von den Arbeitsbedingungen in einer kriegszerstörten Stadt, vom städtischen Theaterbetrieb und seinen Verflechtungen mit städtischer Verwaltung und Presse, von den Repertoireentwicklungen und Rezeptionsbedingungen sowie dem nach wie vor virulenten Antisemitismus und den Mechanismen des Verschweigens der jüngsten Geschichte.

Musik und Theater im DP-Camp Bergen-Belsen

Forschungsprojekt, Publikation im von Bockel Verlag Neumünster, 2012

Das im April 1945 in der Nähe des Konzentrationslagers errichtete Displaced Persons Camp Bergen-Belsen war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die zentrale Sammelstelle für Überlebende der Konzentrationslager, ehemalige Zwangsarbeiter und andere Flüchtlinge in der britischen Zone Deutschlands. Bis zu seiner Auflösung im Sommer 1950 entwickelte sich hier ein vielfältiges Kulturleben, das anfänglich durch die internationale Zusammensetzung seiner Bewohner und ab 1946 überwiegend durch jüdische DPs aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern geprägt war. Der Blick auf die Zeit der Verfolgung und auf die verloren gegangene jüdische Welt Osteuropas dominierte die inhaltliche Gestaltung der Veranstaltungen mit Musik, Theater und Kleinkunst, die von den DPs aus Bergen-Belsen, aber auch von reisenden Gastkünstlern bestritten wurden. Insbesondere zwei 1946 in Bergen-Belsen erschienene Liederbücher, Sami Feders Zamlung fun katset und geto lider und Reuben Lipschitz’ Lebedik amkho …, die im Zusammenhang mit der Arbeit zweier Theatergruppen, des „Katset-Teaters“ und der „Yidishen Arbeter-Bine“ entstanden, geben dabei einen Einblick in das Repertoire, das die DPs in dieser Zeit beschäftigte. Musik und Theater stießen beim Publikum meist auf großes Interesse, führten aber auch zu kontroversen Diskussionen und harscher Kritik in der Presse, so dass durch die Rekonstruktion des Musik- und Theaterlebens nicht nur der hohe Stellenwert des Kulturlebens in der Phase zwischen Verfolgung und Emigration, sondern auch die Probleme und unterschiedlichen Interessenlagen der DPs deutlich werden.
Die Studie behandelt die einzelnen Phasen des Kulturlebens im DP-Camp Bergen-Belsen, die Biographien der aktiven Musiker, Theaterleute und Kulturfunktionäre, die Geschichte der in Bergen-Belsen ansässigen Kulturinstitutionen, Spielstätten und Ensembles, zwei in Bergen-Belsen erschienene Liederbücher, die Auftritte der Tourneekünstler, die Auswahl des Repertoires sowie die Reaktion von Publikum und Presse.

Musikverlage im „Dritten Reich“ und im Exil

Dissertationsprojekt, Publikation im von Bockel Verlag Hamburg, 2004, 2. Aufl. 2007

Während des 19. Jahrhunderts hatte sich Deutschland und insbesondere Leipzig mit seinen Verlagen, Stechereien, Druckereien und Messen zum internationalen Zentrum für das Musikverlagsgewerbe entwickelt. Durch die auf „Rassenideologie“ und Krieg ausgerichtete Politik des NS-Staats verlor es diese Position nach 1933. Zugleich blühten in den Exilländern, vor allem in Großbritannien und in den USA, die Musikverlagsbranchen auf. Die verschiedenen Faktoren, die dazu führten, werden in diesem Band beschrieben: die „Gleichschaltung“ der Musikverlegerorganisationen und der Aufbau eines „berufsständischen“ Systems, die „Arisierungen“ von Musikverlagen, die rigide Zensurgesetzgebung, die Ausrichtung der Wirtschaft auf den Krieg und die Folgen desselben sowie die Vertreibung jüdischer Musikverleger ins Exil und der in vielen Fällen erfolgreiche Neuanfang dort.

Inhaltsverzeichnis [PDF]

Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit

Herausgegeben von Claudia Maurer Zenck, Peter Petersen und Sophie Fetthauer unter Mitarbeit von Nicole Ristow am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg

Das Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit ist unter www.lexm.uni-hamburg.de einzusehen. Es stellt Biographien von Musikern und Musikerinnen vor, die 1933-1945 aus „rassischen“, politischen, kulturellen, religiös-weltanschaulichen oder anderen Gründen verfolgt waren. Im Mittelpunkt stehen damit Lebenswege, die durch Diskriminierung, Beraubung, Inhaftierung in Ghettos und KZs, durch Versteck oder Exil tiefe Einschnitte erfahren haben.
In das Lexikon aufgenommen werden Personen aller Altersgruppen, sofern sie professionelle Musiker waren, zu den vom NS-Staat Verfolgten gehörten und in Deutschland oder Österreich wirkten oder bekannt waren. Dabei werden von der Komposition, Interpretation, Pädagogik, Wissenschaft bis zum Musikmanagement alle Bereiche des Musiklebens einbezogen. Zu den Personen sind jeweils eine Biographie sowie Stichworte zu Personendaten, Berufen/Tätigkeiten und Verfolgung/Exil abrufbar. Verzeichnisse von Werken, Quellen, Bild- und Notenbeispiele sowie Linksammlungen runden die einzelnen Artikel ab.
Ziel ist es, eine Grundlage für die Forschungsfelder Musik im NS-Staat und Exilmusik und die damit zusammenhängenden Fragen nach zerstörerischen Effekten der Verfolgung bzw. nach konstruktiven Effekten der Migration für die Musikkultur als Ganzes zu schaffen. Dies bedeutet eine Vervollständigung der bisherigen, in Bezug auf NS-Verfolgung und Exil lückenhaften Musikgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts, die Möglichkeit, gegenwärtige Konstellationen im Musikleben besser zu verstehen sowie vergessene Musiker/innen wiederzuentdecken.

Deutsche Grammophon. Geschichte eines Schallplattenunternehmens im „Dritten Reich“

Forschungsprojekt, gefördert durch die Deutsche Grammophon, Publikation im von Bockel Verlag Hamburg, 2000

Die Deutsche Grammophon war während des „Dritten Reichs“ eines der führenden Schallplattenunternehmen. Die allgemeinen Bedingungen der Schallplattenindustrie in dieser Zeit sowie bei der Deutschen Grammophon die wirtschaftlichen und das Repertoire betreffenden Entwicklungen, die „Gleichschaltung“ und Einbindung in die NS-Propagandamaschinerie, die Situation während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stehen im Mittelpunkt dieses Bandes.

Holocaustrezeption in der Musik

Seit 1945 und in einzelnen Fällen auch davor ist der Holocaust – die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und anderer Gruppen durch Nazi-Deutschland – von Komponisten in ihren Werken thematisiert worden. Komponisten, die selbst zu den Verfolgten im NS-Staat gehörten, ebenso wie die jüngeren Generationen – vor allem in den USA und Israel, aber auch in der BRD und der DDR – haben sich dieser Thematik angenommen. Man kann sogar sagen, daß die eigentliche Produktion von musikalischen Werken, die den Holocaust thematisieren, erst Ende der fünfziger, Anfang der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts begonnen hat.
Thematisch befassen sich die Werke in ganz unterschiedlicher Weise mit dem Holocaust. Einzelne Konzentrationslager wie Auschwitz oder Mauthausen, Ghettos und Orte von Massakern wie Babi Yar sind Bezugspunkte der Werke ebenso wie Einzelpersonen, etwa Anne Frank oder Janusz Korczak, oder bestimmte Tage, wie die Reichspogromnacht oder die Befreiungstage von Lagern. Andere Werke wiederum behandeln einzelne Aspekte des Holocaust, etwa den Widerstand, die Deportationen, die Deportationszüge, die Folter oder das Phänomen von Musik im KZ. Auch allgemeinere Themen wie die Erinnerung, das Leiden oder die Trauer werden aufgegriffen. Es gibt zudem Texte, die wiederholt Grundlage für Vertonungen sind. Das gilt grundsätzlich für Texte von Holocaustüberlebenden und im speziellen für das Anne Frank Tagebuch, die Gedichtsammlung I Never Saw Another Butterfly von Kindern aus dem Lager Theresienstadt und Gedichte von Nelly Sachs. Oft wird auch auf Texte der Bibel oder der jüdischen Liturgie zurückgegriffen. Viele Werke enthalten Widmungen an die Opfer des Holocaust. Diese reichen von Widmungen für Einzelpersonen, z.B. Anne Frank, über solche für einzelne Gruppen von Opfern, etwa die polnischen Opfer, die Opfer bestimmter Konzentrationslager oder die in den KZs getöteten Kinder, bis hin zu Widmungen für sämtliche Opfer des Holocaust. Eine Reihe von Werken erhält offizielle Funktionen, etwa beim Holocaust-Gedenktag in Israel, oder religiöse Funktionen am Sabbath oder als Kaddish.
Bei der Zusammenstellung der Liste mit Werken, die auf direktere oder indirektere Art und Weise auf den Holocaust Bezug nehmen, wurden Werke aller Stilrichtungen – und Stilhöhen – berücksichtigt. Als Quellen dienten neben Einzelhinweisen in Literatur, Katalogen und im Internet verschiedene bereits bestehende Listen, insbesondere von Ben Arnold, Ann Basart und Joshua Jacobson.
Die Liste wird ständig ergänzt und um neue Werke erweitert. Hinweise auf weitere Musikwerke, möglichst mit ausführlichen Quellenangaben, können hier abgeschickt werden.

Eine Liste mit Musikwerken der Holocaustrezeption [PDF]